Führung auf Augenhöhe beginnt mit dem Blick nach innen.
Solange wir im Innen Hierarchien tragen, besser, klüger, richtiger, wichtiger, werden wir sie im Aussen nicht auflösen. Gleichwürdigkeit beginnt mit der eigenen Dekonstruktion.
Führung auf Augenhöhe ist leicht gesagt. Welche Organisation schreibt es heute nicht irgendwo hin? Solange aber im Inneren weiter verglichen, bewertet und erhöht wird, bleibt Gleichwürdigkeit eine Behauptung.
Viele sprechen von Augenhöhe, meinen in Wahrheit aber nur einen höflicheren Umgangston. Die Hierarchie bleibt bestehen. Sie zeigt sich einfach subtiler. In Blicken. In Sprache. In der Art, wie Entscheidungen gefällt werden. Wer wirklich glaubt, klüger, bewusster oder richtiger zu sein als andere, wird keine Augenhöhe erzeugen. Schon gar nicht, wenn er nur freundlich wirkt.
Innere Hierarchien verschwinden nicht durch Methoden. Sie verschwinden, wenn man beginnt, sich selbst zu hinterfragen. Die eigene Überlegenheit. Das Bedürfnis, Recht zu behalten. Die heimliche Sehnsucht, wichtiger zu sein als andere.
Gleichwürdigkeit bedeutet nicht, dass alle gleich sind. Menschen haben unterschiedliche Rollen, Erfahrungen, Fähigkeiten. Aber Gleichwürdigkeit bedeutet, dass niemand mehr wert ist als der andere. Das auch leise zählen. Langsame. Zweifelnde. Jene, die keinen perfekten Satz formulieren können.
Führung auf Augenhöhe beginnt darum nicht im Team. Sie beginnt im eigenen Bewusstsein. Dort entscheidet sich, ob andere wirklich gemeint oder eben nur mitgemeint sind.
Wer innen Hierarchien abbaut, verändert sofort den Raum. Gespräche werden offener. Kritik wird weniger gefährlich. Menschen beginnen, sich zu zeigen, statt Rollen zu spielen. Und dort beginnt Führung, die nicht mehr auf Überlegenheit basiert, sondern auf Verbindung.
Wo überall fühlen Sie sich innerlich noch überlegen? Wie beeinflusst das die Art, wie Sie führen?