Wer führen will, muss gehen können.
Die stärkste Führungsgeste ist manchmal der Rückzug. Wer an seinem Stuhl klebt, sitzt oft auch dem Wandel im Weg. Führung heisst nicht, möglichst lange zu bleiben, sondern zu wissen, wann es Zeit ist, Platz zu machen.
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Die Vorstellung, Moral brauche Religion wie ein Fundament, scheint mir weit verbreitet. Ohne Gott, so das Gerücht, der implizite Verdacht, drohe Beliebigkeit. Aber je genauer wir hinschauen, desto brüchiger wird diese Annahme. Biologie, Philosophie und Sozialgeschichte erzählen eine andere Geschichte. Eine komplexere. Und vielleicht eine tröstlichere?
Die Frage nach Veränderung taucht selten aus Neugier auf. Meistens meldet sie sich nach Wiederholungen. Wenn man merkt, dass man schon wieder gleich reagiert hat. Gleich ausgewichen. Gleich argumentiert. Dann klingt sie plötzlich dringlich und zugleich verdächtig. Kann ich mich verändern? Und wenn ja, wie? Oder stelle ich die falsche Frage zur falschen Zeit?
Kurz bevor etwas beginnt, verdichtet sich die Stille. Nach aussen wirkt alles harmlos, innen jedoch formen sich die Erwartungen. Von der Spannung vor dem Start, von der inneren Logik der Erwartungen und von einer Haltung, die nicht auf Vermeidung setzt, sondern auf Freiheit im Tun.
Fühlen gilt als Störfaktor. Als Risiko. Als etwas, das man im Griff haben muss, bevor es einen selbst im Griff hat. Aber je perfekter wir uns organisiert haben, desto deutlicher meldet sich genau das, was wir zu vermeiden suchten. Nicht als Theorie, sondern als Zustand. Eine Einladung, das Fühlen nicht länger zu therapieren, zu managen oder zu übergehen, sondern es wieder als das zu begreifen, was es ist: ein präzises, unbestechliches Orientierungssystem. Unordentlich vielleicht. Aber lebendig.
Traurigkeit gilt in unserer Kultur als Störung, als etwas, das möglichst schnell überwunden, erklärt oder transformiert werden soll. Aber Traurigkeit ist kein Defekt, sondern eine menschliche Fähigkeit. Eine, die wir verlernt haben. Wer nicht vor ihr flieht, sondern bei ihr bleibt, betritt einen Raum jenseits von Aktivismus, Betäubung und Rückzug. Dort geschieht etwas Unauffälliges und zugleich Grundlegendes: Selbstregulation statt Kontrolle, Würde statt Funktionieren, und eine leise Freiheit, die nicht aus Lösungen entsteht, sondern aus Präsenz.
Wir entscheiden uns tagtäglich, in grossen und kleinen Belangen, dafür oder dagegen. Wir wägen ab, ob wir einer Einladung folgen, einen neuen beruflichen Weg einschlagen oder uns in einer Beziehung engagieren. Oftmals sagen wir «Ja» oder «Nein», basierend auf einem inneren Gefühl, einer intuitiven Zustimmung oder Ablehnung. Aber was, wenn diese intuitive Zustimmung, das innere «Ja», ausbleibt? Bedeutet dies zwangsläufig, dass es ein «Nein» ist?
Wir leben in Häusern voller Dinge, in Köpfen voller Lärm. Die Schweiz ist eines der wohlhabendsten Länder, und vielleicht auch eines der erschöpftesten. Wohlstand war einmal ein Versprechen. Heute wirkt er zunehmend wie eine Last, die wir kaum noch tragen können.
Bali ist eine der Inseln, die wir nicht einfach besuchen. Sie wirkt. Sie fordert. Sie zeigt. Wer sich auf sie einlässt, entdeckt eine Welt, die mit grosser Selbstverständlichkeit zwischen Alltag und Heiligkeit pendelt. Eine Kultur, in der Rituale nicht dekorativ sind, sondern tragende Architektur eines sozialen Gefüges. Eine Insel, auf der Spiritualität nicht erklärt werden muss, weil sie überall sichtbar, fühlbar und hörbar ist.
Etwa so viel wie das Empty Leader-Retreat mit einem klassischen Führungsseminar. Auf dem Papier vielleicht ähnliche Kategorien. In der Realität zwei völlig verschiedene Erfahrungen. Mürren ist keine Flucht. Mürren ist ein Ort, der deutet. Und das Retreat ist kein Seminar, sondern ein Raum für Begegnung mit sich selbst.
Narzisstische Führung ist kein Charakterfehler und kein Drama aus Management-Ratgebern. Sie ist ein altes Muster aus Sehnsucht, Schmerz und der verzweifelten Hoffnung, sich selbst in der Welt zu sichern. Narzisst:innen bauen Grosses. Sie entzünden Funken. Sie führen mit einer Kraft, die mitreisst. Und sie zerstören am Ende oft genau das, was aus ihnen entstanden ist. Nicht aus Bosheit. Sondern aus Angst. Vor der Stille. Vor Bedeutungslosigkeit. Vor dem eigenen Innen. Dieser Text versucht, die Mechanik dieser Implosion zu verstehen. Nicht wertend, menschlich.
Die Cloud ist nicht schwerelos. Sie rauscht. Durch Flüsse, Turbinen und Kühlkreisläufe. Was als saubere Zukunftstechnologie begann, verschlingt heute Strom und Wasser in grossen Mengen. Schweizer Rechenzentren werden zu den neuen Wasserkraftwerken. Nur, dass sie nicht Energie erzeugen, sondern verbrauchen. Und während die Gletscher schmelzen, fliesst der Datenstrom ungebremst weiter. Wer über Digitalisierung spricht, muss auch über Wasser sprechen.
Führung
Der Mythos des unabhängigen Leaders ist überholt. Führung ist kein Solo. Sie ist immer Beziehung, immer wechselseitig, immer verwundbar. Wer führt, muss sich berühren lassen.
Die Vorstellung, dass eine Person solitär führt und die anderen folgen, ist ein Relikt. Sie stammt aus einer Zeit von Landkarten, Hierarchien und klaren Befehlswegen. Eine:r wusste, wo es langgeht. Die anderen gingen mit. Diese Logik hat funktioniert, solange die Welt überschaubar war und die Richtung stabil. Diese Zeit ist vorbei.
Noch immer folgen wir zu oft den Lauten, den Alten, den Titelträgern. Dabei ist Führung keine Ehrung, sondern Verantwortung. Niemand hat ein Recht auf Gehorsam, nur eine Chance auf Vertrauen.
Führung nicht länger eine Disziplin der Geschwindigkeit, sondern eine Frage der Zeit? Nicht der nächsten Präsentation, sondern der nächsten Schicht. Nicht des lauten Eingriffs, sondern der stillen Wirkung? Die Geologie kennt keine Eile. Und sie formt dennoch alles.
Ziele führen in die Zukunft, Sinn aber hält zusammen. Wer nur «was» und «wie» führen kann, wird irgendwann irrelevant. Die Frage «wozu» ist die Kernkompetenz moderner Führung.
Perfektion ist unnahbar. Verletzlichkeit macht nahbar. Wer nie zweifelt, nie stolpert, ist kein Mensch, sondern Projektionsfläche. Doch Menschen folgen Menschen. Nicht Maschinen.
Etwa so viel wie das Empty Leader-Retreat mit einem klassischen Führungsseminar. Auf dem Papier vielleicht ähnliche Kategorien. In der Realität zwei völlig verschiedene Erfahrungen. Mürren ist keine Flucht. Mürren ist ein Ort, der deutet. Und das Retreat ist kein Seminar, sondern ein Raum für Begegnung mit sich selbst.
Nicht PowerPoint. Nicht OKR. Nicht der Statusbericht. Sondern die Art, wie wir sprechen: Klarheit, Widerspruchsfähigkeit, Resonanz. Sprache stiftet Wirklichkeit. Wer führen will, muss seine Sprache führen können.
Narzisstische Führung ist kein Charakterfehler und kein Drama aus Management-Ratgebern. Sie ist ein altes Muster aus Sehnsucht, Schmerz und der verzweifelten Hoffnung, sich selbst in der Welt zu sichern. Narzisst:innen bauen Grosses. Sie entzünden Funken. Sie führen mit einer Kraft, die mitreisst. Und sie zerstören am Ende oft genau das, was aus ihnen entstanden ist. Nicht aus Bosheit. Sondern aus Angst. Vor der Stille. Vor Bedeutungslosigkeit. Vor dem eigenen Innen. Dieser Text versucht, die Mechanik dieser Implosion zu verstehen. Nicht wertend, menschlich.
Tun ist leicht. Es füllt die Angst. Doch echte Führung wächst im Raum dazwischen: zwischen Reiz und Reaktion, zwischen Zweifel und Entscheidung. In der Stille entscheidet sich die Qualität der Führung.
Wer führt, ohne geerdet zu sein, führt ins Abstrakte. In Schlagwörter, Tools, Simulationen. Doch Führung ist konkret: ein Blick. Ein Atemzug. Ein Gespräch. Erdung heisst, präsent zu sein. Ganz, wach, offen.
Führung verändert sich radikal. Sie verliert ihr Zentrum und gewinnt an Tiefe. Wo früher Hierarchien dominierten, entstehen heute Netzwerke. Macht wird geteilt, Kontrolle ersetzt durch Vertrauen. Führung ist kein Besitz mehr, sondern ein Feld, das sich bewegt. Eine neue Machtökonomie entsteht: dezentral, transparent, menschlich.
Gesellschaft
Was Spanien derzeit ankündigt, ist mehr als eine medienpolitische Korrektur. Nicht der einzelne Post steht im Fokus, sondern die Architektur dahinter. Nicht nur Nutzerinnen und Nutzer, sondern Plattformen selbst. Und erstmals sehr explizit auch deren Verantwortliche. Pedro Sánchez stellt eine Frage, die Europa lange vermieden hat: Wie demokratisch ist eine Öffentlichkeit, die von Algorithmen organisiert wird, die niemand gewählt hat?
Die Vorstellung, Moral brauche Religion wie ein Fundament, scheint mir weit verbreitet. Ohne Gott, so das Gerücht, der implizite Verdacht, drohe Beliebigkeit. Aber je genauer wir hinschauen, desto brüchiger wird diese Annahme. Biologie, Philosophie und Sozialgeschichte erzählen eine andere Geschichte. Eine komplexere. Und vielleicht eine tröstlichere?
Die Frage nach Veränderung taucht selten aus Neugier auf. Meistens meldet sie sich nach Wiederholungen. Wenn man merkt, dass man schon wieder gleich reagiert hat. Gleich ausgewichen. Gleich argumentiert. Dann klingt sie plötzlich dringlich und zugleich verdächtig. Kann ich mich verändern? Und wenn ja, wie? Oder stelle ich die falsche Frage zur falschen Zeit?
Märchen sind keine harmlosen Gute-Nacht-Geschichten. Sie sind psychologische Verdichtungen. Sie erzählen von Sehnsucht, Abhängigkeit, Mut und Selbstverlust. Und sie prägen unterbewusst unser Bild von Beziehung, Identität und Führung. Die Maturaarbeit von Nora von Allmen liest klassische Märchen und ihre Disney-Adaptionen mit einem Instrument, das man dort selten vermutet: dem DSM-5. Heraus kommt kein Pathologisieren, sondern eine präzise Analyse darüber, wie sehr diese Figuren innere Konflikte tragen, die uns bis heute vertraut sind.
Wir leben in Häusern voller Dinge, in Köpfen voller Lärm. Die Schweiz ist eines der wohlhabendsten Länder, und vielleicht auch eines der erschöpftesten. Wohlstand war einmal ein Versprechen. Heute wirkt er zunehmend wie eine Last, die wir kaum noch tragen können.
Die Cloud ist nicht schwerelos. Sie rauscht. Durch Flüsse, Turbinen und Kühlkreisläufe. Was als saubere Zukunftstechnologie begann, verschlingt heute Strom und Wasser in grossen Mengen. Schweizer Rechenzentren werden zu den neuen Wasserkraftwerken. Nur, dass sie nicht Energie erzeugen, sondern verbrauchen. Und während die Gletscher schmelzen, fliesst der Datenstrom ungebremst weiter. Wer über Digitalisierung spricht, muss auch über Wasser sprechen.
Tokenisierung, Blockchain, digitale Vermögenswerte: Was bedeuten diese Begriffe jenseits der Technik? Warum Tokenisierung mehr ist als Krypto-Jargon, wie sie unser Verständnis von Besitz verändert und warum ein Ort wie Mürren zum Modell für eine menschlichere Wirtschaft werden könnte. Über Besitz, Vertrauen und die neue Ökonomie des Sinns.
Es gibt Worte, die sich weigern, nett zu sein. Worte, die nichts erklären, nichts beschönigen, nichts einladen. «Fuck off» ist so eines. Ein Minimalprogramm der Selbstachtung. Zwei Silben, die alles sagen, was man sonst in tausend Sätzen umkreist. Kein Angriff, keine Verteidigung. Nur eine Rückkehr. Zu sich selbst.
Wir schauen auf die Täter. Wir zeigen mit Fingern, wir schreien nach Strafe. Aber die eigentliche Schuld sitzt woanders. Im Warmen. Im Bequemen. Im Grinsen hinter der Tastatur. Im Applaus im Halbdunkel. Im Wegschauen und Wegrationalisieren. Es sind nicht die Hände, die zuschlagen, die den Lauf der Dinge bestimmen; es sind die, die zündeln.
Cancel Culture galt lange als linkes Phänomen. Moralisch begründet, getragen von Bewegungen wie #MeToo, «woke» im Anspruch, Gerechtigkeit zu schaffen. Doch mit Donald Trump und der konservativen Wende zeigt sich: Rechts wird nicht weniger gecancelt, ausgeschlossen, verbannt, nur unter anderen Vorzeichen. Ist Cancel Culture gar keine Frage der Ideologie, sondern Ausdruck einer Gesellschaft, die gelernt hat, Moral als Waffe einzusetzen?
Demokratie ist kein zartes Pflänzchen, das beim leisesten Windstoss zerbröselt. Eher gleich einem alten Baum, knorrig, verwurzelt, angegriffen und doch erstaunlich widerstandsfähig. Sie erträgt Streit, Irrtümer, Niederlagen und Missbrauch. Aber sie lebt nur, solange wir ihr etwas zurückgeben. Demokratie hält viel aus. Nicht alles. Frage ist: Was tue ich, was tun wir, damit sie bleibt und gedeiht?
Streetparade in Zürich, Fasnacht in Basel, Weihnachten im Wohnzimmer: Auf den ersten Blick haben sie nichts miteinander gemein. Hier dröhnt Techno aus Lautsprechertürmen, dort pauken Trommeln und unterhalten Schnitzelbänke, anderswo läuten Kirchenglocken. Doch sie alle teilen ein geheimes Versprechen: Für eine begrenzte Zeit dürfen wir jemand anders sein. Wir dürfen laut, schräg, sentimental, hemmungslos werden – ohne Konsequenzen, mit gesellschaftlicher Absolution. Der paradoxe Luxus unserer Kultur, dass wir das Ausflippen in den Kalender eintragen, damit es uns nicht völlig überrumpelt.
Sprache
Höflichkeit beruhigt. Anstand entscheidet. Während wir gelernt haben, uns korrekt zu verhalten, kann dabei aus dem Blick geraten, was moralisch notwendig ist. Warum Anstand mehr ist als gutes Benehmen, weshalb er manchmal unhöflich wirken muss und warum wahre Integrität nicht im Anstehen entsteht, sondern im Handeln.
Es gibt Worte, die sich weigern, nett zu sein. Worte, die nichts erklären, nichts beschönigen, nichts einladen. «Fuck off» ist so eines. Ein Minimalprogramm der Selbstachtung. Zwei Silben, die alles sagen, was man sonst in tausend Sätzen umkreist. Kein Angriff, keine Verteidigung. Nur eine Rückkehr. Zu sich selbst.
Warum oder wieso: Ist das wirklich dasselbe? Ein alltägliches Wort zeigt plötzlich seine Schärfe und wir stolpern über eine sprachphilosophische Bananenschale. Kaum jemand fragt nach dem feinen Unterschied zwischen «Warum» und «Wieso». Bis man es tut.
Wir schreiben, posten, tippen – doch wir vergessen zu sprechen. Unsere Stimme ist mehr als Schall. Sie ist Wirkung, Emotion, Identität. Sie trägt das, was Worte allein nicht sagen können. Am «Tag der Stimme» wird klar: Wer gehört werden will, muss nicht lauter werden – sondern bewusster klingen.
Die Welt ist nicht schwarz oder weiss – und doch dominiert zu oft die Frage nach klaren Entscheidungen. Dabei zeigt sich: Das Denken in Gegensätzen wird zunehmend durch die Fähigkeit ersetzt, Komplexität zu akzeptieren und Lösungen zu finden, die beides umfassen. Ein Plädoyer für ein «sowohl als auch».
Das «Du» hat Hochkonjunktur. Es begegnet uns überall: in Geschäften, auf Plakaten, in Werbeanzeigen und selbst in der Kommunikation mit wildfremden Menschen. Es scheint, als habe das höfliche «Sie» – einst Synonym für Respekt und Würde – ausgedient. Was auf den ersten Blick modern und leger erscheinen mag, ist für viele eine Anbiederung, Unsitte, eine Grenze, die nicht leichtfertig überschritten werden sollte. Und nein, ich möchte nicht geduzt werden.
Karma: ein missverstandenes Konzept, vornehmlich bei uns im Westen, wo es oft als eine Art «Gesetz der Vergeltung» betrachtet wird. In Wirklichkeit ist Karma in der buddhistischen Lehre tiefgründiger und komplexer. Die Bedeutung von Karma reicht über das blosse Konzept von Ursache und Wirkung hinaus und bezieht sich im Kern auf das Handeln eines Menschen und die Intentionen dahinter. Ein Text darüber, was Karma ist, wie es im Alltag funktioniert, und wie es unser Leben und unser Wachstum beeinflusst.
Die Begriffe «Nazi» und «Faschist:in» werden im heutigen politischen Diskurs oft synonym verwendet, was sowohl historisch als auch moralisch problematisch ist. Während «Faschismus» eine weltweit verbreitete Ideologie beschreibt, die in verschiedenen Formen bis heute existiert, ist der Begriff «Nazi» untrennbar mit dem deutschen Nationalsozialismus und seinen Verbrechen, insbesondere dem Holocaust, verbunden. Mit dem leichtfertigen Gebrauch dieser Begriffe laufen wir Gefahr, das Leid der Opfer zu relativieren und die historische Bedeutung zu verwässern. Eine differenzierte und respektvolle Verwendung dieser Begriffe ist daher von entscheidender Bedeutung für den öffentlichen Diskurs.
Sprache ist nicht nur ein Kommunikationsmittel, sondern auch ein Instrument der Macht, Manipulation und Nuancierung. Ein scheinbar harmloses Wort, das diese Aspekte vereint, ist das Wort «Aber», denn es hat eine ganz bemerkenswerte Kraft: Es kann die Bedeutung des Vorhergesagten schmälern, negieren und sogar ins Gegenteil verkehren. In diesem Text untersuche ich, wie das «Aber» die Dynamik eines Dialogs verändert, oft eine Zustimmung in eine versteckte Ablehnung verwandelt und letztlich die Wahrnehmung des Gesprächspartners beeinflusst. Gleichzeitig zeige ich auf, wie dieses Wort in verschiedenen Kontexten, von alltäglichen Gesprächen über politische Debatten bis hin zur Literatur und Philosophie, eingesetzt wird, um seine tiefe Wirkung zu verdeutlichen.
In vielen Unternehmen ist die Aussage «Meine Türe ist immer offen» ein gängiger Satz der Führungskräfte ihren Mitarbeiter:innen gegenüber. Dies soll Offenheit und Erreichbarkeit signalisieren. Bei mir weckt diese Phrase jedoch Misstrauen und Skepsis. Warum ist das so? In diesem Text betrachte ich die Aussage kritisch und untersuche, was dahintersteckt.
Worte wie «schnell» und «kurz» sind zu unseren ständigen Begleitern geworden. Symbole eines unermüdlichen Rennens gegen die Uhr? Es scheint, als haben wir gelernt, Zeit als eine Gegnerin zu betrachten, die es zu besiegen (und manchmal auch totzuschlagen) gilt. In diesem Text werfe ich einen Blick auf die subtilen und prägenden Auswirkungen dieser Worte auf unser Leben und plädiere für eine Neugestaltung unserer Beziehung zur Zeit.
In der Symbiose von Sprache und Gedanke formt sich unser Verständnis der Realität. Unsere Ausdrücke, ob verbal oder schriftlich, sind nicht nur Mittel der Kommunikation, sondern auch Fenster zu unserer Sicht auf die Welt. In der deutschen Sprache, wie auch in vielen anderen, tragen die Konjunktionen «und» und «oder» eine besondere Bedeutung. Sie sind nicht nur verbindende oder trennende Wörter, sondern philosophische Werkzeuge, die entscheiden, wie wir die Welt und unsere Rolle darin interpretieren.
Was Spanien derzeit ankündigt, ist mehr als eine medienpolitische Korrektur. Nicht der einzelne Post steht im Fokus, sondern die Architektur dahinter. Nicht nur Nutzerinnen und Nutzer, sondern Plattformen selbst. Und erstmals sehr explizit auch deren Verantwortliche. Pedro Sánchez stellt eine Frage, die Europa lange vermieden hat: Wie demokratisch ist eine Öffentlichkeit, die von Algorithmen organisiert wird, die niemand gewählt hat?